Weitere Berichte vom SoLa 2013

Liebe Eltern und Freunde,

mit dem Ende des Hikes kam auch das Ende des Herbstes und die Winterzeit begann mit allem was dazu gehört: Advent, Weihnachten, Silvester und Fasching.

Die Winterzeit wurde durch eine schöne Bannerrunde rund um den Advent eingeläutet. Mit vier Kerzen haben wir uns darauf besonnen, was Advent eigentlich bedeutet.

Nach dem Frühstück ging es rund um das Thema Weihnachten. In verschiedenen Stationen (Wichtel basteln, Ringwurf, Geschenke auspacken, Gedicht für den Weihnachtsmann schreiben, …) ging es darum Punkte zu erspielen, damit man dann im Weihnachtslagerkiosk Tannenbaumschmuck kaufen konnte. Der schönste Lager-Tannenbaum wurde dann am Nachmittag gekürt.

Nachmittags erprobten unsere Athleten ihr Können in den verschiedenen winterolympischen Disziplinen unserer Lagerolympiade. Ski-Weitsprung, Biathlon und Eiskunstlauf waren einige der ausgeführten Disziplinen.

Abends war dann noch Silvester. Mit selbstgebauten Fakeln, einer atemberaubenden Feuershow und einigen Raketen läuteten wir das „neue Jahr“ ein.

Wenn man schon ein halbes Jahr in einer Woche durchlebt hat braucht man auch mal eine Erholung. Deswegen wurde der Tag des Herrn, an dem man nicht Arbeiten soll, auch so von uns genutzt. Zumindest bis zum späten Nachmittag, wo wir begannen uns auf unseren gemeinsamen Gottesdienst vorzubereiten. Dabei haben wir von der Deko bis zum Inhalt alles selbst gestaltet. Es ging um das Thema „Zusammenhalt“ und war mit Feuer unter freiem Himmel ein ganz besonderes Erlebnis. Sehr schön war, dass auch unsere Mini-Wös ab jetzt dabei sein konnten. Sie waren zusammen mit Julia am späten Nachmittag bei uns eingetroffen.

Montag wurde der Vormittag zur Vorbereitung des Versprechens in den einzelnen Gruppen genutzt. Alle nahmen sich viel Zeit, da das Versprechen bei uns Pfadfindern von sehr großer Bedeutung ist. Am Nachmittag stand – mit der Mitte des Lagers und dem nahendem Frühling – unser Frühlingsputz an. Zelte, Wiese und Klos wurden erfolgreich auf Vordermann gebracht.

Advertisements

Hike – Jufis

Los ging es nach dem Mittag essen. Aber nicht auf einen normalen Hike, sondern auf eine „Würfel-Tour“.
Toni hat das erste mal gewürfelt und somit entschieden in welche Richtung wir den Platz verlassen.
Bis zur nächsten Wegkreuzung wurde weiter gewandert. Wir kamen an einer T-Kreuzung an. 1-3 hieß für uns, das wir links gehen; 4 – 6 bedeutete, dass wir rechts abbiegen.
Viele Privatwege sahen für uns anfangs wie ganz normale Wege aus, aber dann stand teilweise einfach ein Haus am „Ende“ des Weges. In unserer ersten Pause haben wir die erste Aufgabe aus unserem Briefumschlag gemacht.
Wir Jufis haben in unserer Pause allerdings auch entschieden, dass wir „bis 50“ weiterwandern. Wir haben also angefangen die gewürfelten Augenzahlen des Würfels zu addieren.
Zwei total coole Wiesen am Wasser wurden dann unsere Zeltplätze. Es wurde gebadet und dann die Zelte aufgebaut. Das hat ziemlich lange gedauert, wir mussten noch unsere Heringe schnitzen und hatten auch nur ein Beil.
Abends ging es dann nach dem Abendbrot in die Loks und Kröten.

Am nächsten Tag durften wir ausschlafen, es wurde gefrühstückt, gepackt, Trinken aufgefüllt und dann weiter gewandert.
Es kam nun der dööfste Weg der ganzen Strecke. Erst nach guten fünf Minuten stellte sich ein „Weg“ als Einfahrt für ein Haus hinaus. Für knappe 300 Meter auf der Straße sind wir einen riesen Umweg durch den Wald gelaufen. Für 300 Meter haben wir dann etwa 20 Minuten gebraucht.
Wir haben uns entschieden, dass um 14 Uhr unsere Mittagspause sein soll und außerdem, dass nach dem Mittagessen langsam der Heimweg angetreten werden soll. Wir hatten Glück: Für die Mittagspause waren wir dann grade wieder an einem See gewesen. Es gab Eintopf aus Dosen, welche dann abgewaschen wurden.
Schließlich wurden die Dosen einige Tage später gebraucht – dazu später mehr.
Nach dem Mittagessen waren wir alle recht kaputt. Es war soo heiß und trocken, es war echt anstrengend. Am späten Nachmittag sind wir dann – früher als geplant – wieder am Zeltplatz angekommen.

Das besondere an diesem Hike war, das wir Jufis alles entschieden haben. Die Leiter sind uns einfach hinterher gelaufen und haben ab und zu mal einen kleinen Tipp gegeben. Wie der Hike für alle zum perfekten Abenteuer wird. Zum Beispiel war es den Leitern wichtig, dass ALLE Jufis an einer Entscheidung beteiligt waren.

(Tom und Toni)

Hike – Wös

Mit den Wös waren wir die „Platzwächter“. Schließlich kann man unseren Zeltplatz nicht komplett unbewacht zurück lassen. Als endlich alle Gruppen weg waren und wir unsere Ruhe hatten, nutzten wir die Zeit um unseren Tisch weiter zu bauen.
Wir haben eine Rückenlehne gebaut, damit gemütlicher sitzen kann. Nur die Leiter haben nun Probleme auf den Tisch zu kommen. Die müssen jetzt etwas gelenkig und sportlich sein. Ein absolutes High-Light war: Unser großes Pfannkuchen-Essen am Abend.
Nach etwa 2 Stunden arbeit waren unsere Pfannkuchen endlich fertig! Um Mitternacht ging es dann nach Harry Potter am Feuer fix ins Bett. Am nächsten Morgen wurde ausgeschlafen und lecker gefrühstückt. Danach mussten wir packen für unseren kleinen Hike. Auch Wös wollen woanders schlafen, also musste alles nötige Gepäck eingepackt werden.
Den ersten Weg sind wir mit dem Auto gefahren bis zu einem Autofriedhof mitten im Wald. Das war interessant und lustig. ´Wir sind durch den Wald gelaufen und uns die ganzen Autos angeguckt. Wir haben gesehen, was die Natur alles mit Autos macht, wenn diese einfach im Wald rumstehen. Außerdem haben wir in der verotteten Mühle festgestellt,
wenn man einen Wö in eine Mühle steckt kommt: WÖstchen raus 🙂

Nun ging es wandernd 5,5 km zu einer Badestelle weiter. Auf dem Weg zur Badestelle haben wir Lea beim Einkaufen getroffen und es gab leckeres Eis. Danach sind wir zur Badestelle weiter gelaufen und haben dort lange im Wasser geplantscht. An der Badestelle gab es auch ein Schlamm-Peeling, was unserer Haut sehr gut tat. Nun sahen wir alle bestimmt 15 Jahre jünger aus.
Nach einem Mittagsbrot haben wir unsere Aufgaben aus dem Briefumschlag gemacht. Ein leckeres Gummibärchen-Orakel hat uns dabei geholfen verschiedene Fragen zu beantworten. Für jede Farbe gab es eine Frage auf die wir eine Antwort gesucht haben. Zwei Fürbitten für den Gottesdienst am Sonntag haben wir auch noch geschrieben.
Beim Zurückwandern zum Platz haben wir die Pfadis getroffen. Singend wirkte der Rückweg (4km) total kurz und wir waren im nu wieder am Platz.
Zu unserer Überraschung waren auch schon die Jufis da. Neben dem eigentlichen Zeltplatz haben wir dann unseren „neuen“ Zeltplatz aufgeschlagen.
Einige von uns haben dann in Kröten geschlafen für zwei Nächte. Und damit wir auch wirklich ein Gefühl für das Hiken bekommen, haben wir ja auch den ganzen Tag alles Gepäck mit uns rumgetragen.
(Amelie, Conradin & Toni)

Natürlich waren auch die Pfadis und Rover unterwegs, unsere älteren Gruppen. Sie haben natürlich eine größere Reichweite für Sie ging es in südwestliche Richtung zum nächstgelegenen Ort (Ryd) und darüber hinaus, unter anderem zu einem Schmiede-Museum, wo Hand an den Amboss gelegt wurde und einem nächtlichen Gewaltmarsch zum Lagerplatz zurück.

Weitere Infos folgen!

Gut Pfad &
beste Grüße aus Blidingsholm,

die (leider von einer Grippewelle befallene und von schlafmangel geplagte) Leiterrunde

SoLa 2013 – ein erster Bericht

Liebe Eltern, liebe Freunde, liebe Verwandten und Bekannten von unseren Kids und uns,

hier kommt ein Überblick über die ersten Tage von unserem Sommerlager (SoLa) 2013 in Blidingsholm – Schweden.

Nach einer langen Busfahrt und zwei Fahrten mit der Fähre sind wir gut an unserer Wahlheimat für die nächsten zwei Wochen angekommen. Natürlich war so einiges zu schleppen und aufzubauen, aber bis zum späten Abend standen dann auch alle Zelte.
Begeistert stürzten wir uns auf den Dauerbrenner des ersten Tages: Erbseneintopf!

Am zweiten Tag waren wir sehr fleißig. Mit unserer ersten Bannerrunde um 8:00 Uhr (noch ohne Banner und Bannermast) starteten wir mit einem Spiel und einem Lied in den Tag. Jede Stufe baute ihren eigenen individuellen Tisch. Und wir können sagen: Sie sehen alle gut aus und bisher gab es keine Zwischenfälle mit stürzenden Balken. 😉
Außerdem wurde endlich der Bannermast gebaut, Kresse gepflanzt und am Abend gab es einen Jahreszeitenwechsel und wir fanden uns im Herbst wieder (logischerweise…). Mit Laub zum Nachbarn werfen und Bratäpfeln haben wir uns auf diese Jahreszeit eingestellt.

Auch am dritten Tag wurde noch viel gebaut. Ein sehr cooles Lagertor, ein schwarzes Brett, ein Küchenregal, Punktezähler für jede Gruppe und eine Sickergrube, welche noch einmal zugeschüttet und neu gegraben werden musste. Da wir ja inzwischen mitten im Herbst waren haben viele Kinder Laternen gebastelt.
Nachmittags wurde (da die Herbsttemperaturen vermutlich Dank Klimaerwärmung extrem warm waren) der Badesee das erste mal ausgetestet und es gab verschiedene Bastelangebote.

Abends haben wir St. Martin gefeiert. Es gab vier verschiedene Martinsspiele, die allesamt sehr witzig waren. Zur Krönung des Abends kamen die Laternen bei einem Laternenumzug zur Geltung.
Von Blumen über Herzen und Häuser war bis zur kleinsten Laterne der Welt alles vertreten.

Am vierten Tag gab es verschiedene Workshops im Angebot: Freundschaftsbänder, PomPoms, Windlichter, Drachen bauen, Outdoormikado, Perlen aus Papier, Nähen mit Filz und Halstuchknoten machen.
Nach gemeinsamen Mittagessen brachen die verschiedenen Gruppen in alle Himmelsrichtungen auf, nachdem sie in einem kleinem Impuls zum Thema Friedenslicht den Auftrag erhielten, den Frieden in die Welt zu tragen.

Neuigkeiten über die Hikes und weitere News vom Lager gibt es, sobald alle Gruppen wieder am Platz angekommen sind.

Da der Trubel der ersten Tage nun vorbei ist, schaffen wir es hoffentlich euch öfter auf den neuesten Stand zu bringen.

Med vänliga hälsningar!
& gut Pfad,

Elena & Toni
– für die Leiterrunde

Was so alles vor einem SoLa passiert

Vom Beginn des Sommerlagers 2013 trennen uns nun nur noch wenige Stunden – und was bis jetzt nicht geschafft ist, wird improvisiert. Aber viel bleibt nicht übrig – denn eigentlich hat das SoLa für die Leiterrunde schon im letzt Oktober begonnen… Wir geben einen kleinen Abriss, was vor einem Lager so geschehen muss.

Wir wissen selbst: eigentlich müssen alle früh planen. Und wir spüren an der eigenen Haut: so richtig einfach ist das nicht. Das rechtzeitige Buchen von Platz und Bus – in der Regel müssen wir spätestens 9 Monate im Voraus anfragen und buchen – sind dabei das geringste Problem. Viel mehr beschäftigt uns, wie wir ein gutes Betreuungsverhältnis gewährleisten können. Viele unserer Leiter sind mittlerweile berufstätig und nutzen ihren Erholungsurlaub für das Lager; andere sind selbst noch schulpflichtig; wieder andere studieren – der enge Zeitkorridor, der uns in der Überschneidung zwischen Uni-Semesterferien und Schulferien bleibt, hat uns etliches erschwert.

Nicht umsonst haben Martin und das Vorbereitungsteam deswegen fast graue Haare bekommen, als ein Transportfahrzeug gefunden werden sollte: unsere befreundeten Stämme und Organisationen sind in diesem Jahr alle nahezu in der gleichen Zeit unterwegs.

Auf einem Wanderlager oder einer Fahrt zählt das Erlebnis des Tages – wir lassen uns mit offenen Augen treiben und gucken, was die Welt uns zu bieten hat. Auf einem Stammeslager, das wir (fast) die ganze Zeit über auf einem Platz verbringen, haben wir einen anderen Anspruch: da wollen wir eine eigene Welt erschaffen. Von den Lagerbauten (Küche, Feuerstellen, Lagertor, Bannermast usw.) über die Zelte und anderes ersteht unser Lebensraum für zwei Wochen – und der will mit Programm und Leben gefüllt werden!

20130712_192701

Ganz offensichtlich sind die „handfesten“ logistischen und organisatorischen Aufgaben: ein großer Einkauf vor dem Lager von Lebensmittel und Programmmaterial, das Beladen von Fahrzeugen, das Organisieren des „Check-In“, wenn alle zum Abreisezeitpunkt aufgeregt ankommen.

Etwas im Hintergrund stehen die Aufgaben, die viel mehr Arbeit bereiten.

Der Tag auf dem Lager besteht aus drei Einheiten; morgens nach dem Frühstück, nachmittags nach der Mittagspause, abends nach dem Abendessen. Mindestens zwei große Programmpunkte stehen so an jedem Tag an – darunter die unverzichtbaren Klassiker wie die Lagerolympischen Spiele (LOS), der sagenumwobene Nachtpostenlauf (wer weiß, den soll es angeblich gar nicht immer geben…), ein Gottesdienst, Wasseraktivitäten, das Hike (3-Tages-Tour), usw. Jeder einzelne dieser Programmpunkte wird konzipiert und geplant von einer Kleingruppe aus Leitern. Um den Gesamtplan zu erstellen, verbrachte die gesamte Leiterrunde ein gemeinsames Wochenende in Klausur. Nachgedacht werden will auch darüber, wie das SoLa in die pädagogische Arbeit der Stufen eingebunden wird. All das laden sich unsere Crews aus den Stufenleitungen zusätzlich auf: Lea und Melanie etwa waren stundenlang kreativ, um danach noch mit einem (eigentlich unmachbaren) Budget ihr Material zu besorgen. Aber: „Versetze dem >Un< in >unmöglich< einen Tritt“, schreibt schon Baden-Powell – und so kommen einige unserer Workshops ohne einen Cent Kosten aus!

Das Sommerlager als Höhepunkt des Pfadi-Jahres verlangt unseren Materialkapazitäten alles ab. Schon seit Beginn des Jahres wurden an etlichen Abenden Ausbesserungen an Zelt-Planen vorgenommen, an Kochern, Töpfen und Werkzeug geschraubt und gewerkelt. Dank unseres großen Materialfundus sind wir in der Lage, sehr flexibel und autonom arbeiten zu können – aber dahinein müssen wir etliche Stunden investieren. Das alles koordiniert unser Materialchef Constantin und sein Stellvertreter, Henrik aus der Roverstufe, in technischen Belangen kompetent unterstütz von Jochen.

Unterwegs zu sein mit über 60 Personen muss gut geplant sein. Von der Kalkulation über die laufende Buchhaltung bis hin zur Abrechnung, von der Verwaltung der Teilnehmer- Unterlagen über die Beantragung von Zuschüssen und Koordination der Ausgaben steht viel Zahlen- und Papierschubserei. Macht nicht immer Spaß – muss aber eben auch sein. Die „Geschäftsführung“ für das SoLa zeichnet immerhin verantwortlich für ein Budget von etlichen Tausend Euro – aber nicht auszudenken, etwas wäre vergessen worden. Ist das Fährticket gebucht? Erreichen wir das Schiff, selbst wenn es Stau geben sollte? Wo wird der Busfahrer untergebracht? Können wir am Lagerort Holz kaufen? Wo ist das Bastelmaterial am günstigsten? Wie halten wir den Preis für das Lager trotz steigender Kosten niedrig? Können wir uns Bio-Essen im Lager leisten, oder werden die Sonntagsbrötchen gestrichen? – Der Kopf schwirrt Finanzreferent und Planer Martin und Toni, die im Vorstand für derlei verantwortlich zeichnet und mit deren Ausdauer so manches erst gelingen kann (Wer sonst mag schon in sechs Geschäften die Preise für Klebeband vergleichen, um bis zum Cent zu sparen?).

Klar: das alles muss funktionieren, neben Schule, Studium und Job. Und obwohl wir lange schon in der Planung drinstecken, bricht in der letzten Woche bevor’s losgeht noch einmal die Hölle los. Wir sind jetzt noch ein bisschen erschöpft vom Endspurt. Aber: der (Material-)Berg liegt vor uns. Die Sonne schein in Schweden. Und morgen werden wir verflixt müde sein, aber mit einem Lächeln im Gesicht aufbrechen.

Denn im Lager lernen wir voneinander und miteinander, leben unter einfachsten Verhältnissen und dem freien Himmel besser als sonst je… frei, so wie ein Vogel: